1863 schlossen sich die an den Polytechniken, den späteren Technischen Hochschulen Zürich, Karlsruhe, Stuttgart und Hannover, gebildeten Corps nach dem Vorbild des KSCV zu einem Verband zusammen. Dieser Verband nannte sich nach seinem zukünftigen Tagungsort Weinheim an der Bergstraße, dem geographischen Mittelpunkt der Gründerorte, Weinheimer Senioren-Convent (WSC). Diesem schlossen sich in den folgenden Jahrzehnten die Corps aller reichsdeutschen Technischen Hochschulen und Bergakademien an. Der Senioren-Convent der Corps der TH München trat erst 1912 dem WSC bei.Die Altherrenschaften der Weinheimer Corps schlossen sich zum Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten (WVAC) zusammen. Dieser errichtete auf dem Weinheim überragenden Wachenberg die Wachenburg als eine würdige Tagungs- und Gedenkstätte, die alljährlich ab Himmelfahrt zum Treffpunkt alter und junger Weinheimer Corpsstudenten wird. Als im Dritten Reich der Druck der Nationalsozialisten auf die studentischen Korporationen immer stärker wurde, schloß sich 1934 der Rudolstädter SC, ursprünglich die Vereinigung der an den tierärztlichen Hochschulen gebildeten Corps, die sich dann auch auf die wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulen ausdehnte, dem WSC an. Dies konnte jedoch die Selbstauflösung des nun größeren Weinheimer Verbandes 1935 nicht verhindern. Manche Corps verwandelten sich in NS-Kameradschaften, der neuen Form studentischer Gruppenbildung, viele Altherrenschaften nahmen nach der Auflösung ihres aktiven Corps eine Kameradschaft an, andere lösten sich auf. Dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund war daran gelegen, die Corpshäuser und das Vermögen der Altherrenschaften für sich nutzen zu können. Nach dem Krieg wurde 1949 der Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten und 1952 der Weinheimer Senioren-Convent wieder ins Leben gerufen. Seit 1954 ist der WSC auch wieder durch einen Kartellverband mit dem KSCV verbunden. Michael Meisinger |